Künstlerpinsel von Van Gogh bis Amsterdam
Ein Pinsel gehört zu den absoluten Basics in der Kunstwelt. Und das natürlich zurecht. Denn der Pinsel entscheidet mit darüber, wie die Farbe auf den Maluntergrund kommt, wie präzise du arbeiten kannst, welche Strukturen entstehen und welche Wirkung dein Bild am Ende hat.
Ob Aquarell, Acryl oder Öl: Jede Technik stellt andere Anforderungen. Und jeder Pinsel andere Möglichkeiten. Und genau deshalb gibt es nicht den einen Pinsel, sondern eine große Vielfalt an Formen, Haararten und Eigenschaften.
Bei Royal Talens findest du genau diese Bandbreite: Pinsel für den Einstieg, für das Experimentieren und für professionelle Ansprüche. Und je besser man die Unterschiede kennt, desto gezielter kann man sie für die eigene Arbeit nutzen.
Deswegen stellen wir dir in diesem Beitrag ganz genau vor, welche Pinselformen es eigentlich gibt, welche Eigenschaften den Pinsel beeinflussen, welche Pinsel wir im Sortiment führen und wie du lange etwas von deinen Lieblingspinseln hast.
Welche Pinselformen gibt es?
Hier kommen die wichtigsten Pinselformen – und was sie so besonders macht:
- Rundpinsel
Der Klassiker. Spitz zulaufend und unglaublich vielseitig – für feine Linien, Details und lebendige, variable Striche. Je nach Druck entstehen ganz unterschiedliche Linienbreiten. Auch als Wassertankpinsel verfügbar. - Flachpinsel
Gerade Kante, klare Ansage. Perfekt für größere Flächen, saubere Kanten und gleichmäßige Farbaufträge. Ideal für Acryl und Öl – oder für Hintergründe in der Aquarellmalerei. - Katzenzungenpinsel (Filbert)
Eine Mischung aus rund und flach – mit abgerundeten Ecken. Damit lassen sich besonders schöne, organische Formen und sanfte Übergänge malen. - Fächerpinsel
Für Effekte: Strukturen, Gras, Haare, Wolken. Ideal zum Verwischen und Auflockern von Flächen. - Liner/ Schlepper
Lang, dünn, präzise – perfekt für feine Linien, Schrift oder Signaturen. - Paddle-Brush
Etwas ganz Besonderes im Sortiment: breite, flache Pinsel mit viel Bewegungsfreiheit. Perfekt für große Flächen, Grundierungen oder expressive, freie Bewegungen. - besondere Formen wie V-, W-, Treppenform.
Die schönste Erkenntnis: Es gibt nicht „die richtige“ Form – sondern nur die, die zu deinem Stil passt.
Was Pinsel noch beeinflusst:
Neben der Form gibt es noch ein paar weitere Eigenschaften, die im Alltag oft erst beim Malen wirklich auffallen – aber einen großen Unterschied machen können.
Ein wichtiger Punkt ist das Material der Haare. Grundsätzlich kann zwischen Echt- und Kunsthaarpinseln unterschieden werden. Und auch bei Echthaarpinseln gibt es Unterschiede: Schweineborstenpinsel werden gern für die Ölmalerei verwendet. Die sehr festen Schweineborsten können große Mengen der festen Farbe aufnehmen, durch ihre Beschaffenheit lassen sich jedoch nur schwer Details damit malen. Außerdem bleibt der Pinselstrich beim Malen mit Schweineborstenpinseln sichtbar. Wenn du detaillierter oder mit der Lasurtechnik arbeiten möchtest, eignen sich Pinsel mit weicherem Haar – dazu zählen beispielsweise Rotmarderhaar- oder Kolinskypinsel.
Pinsel aus synthetischen Fasern, also Kunsthaarpinsel, bieten dir dagegen volle Flexibilität. Die Pinsel mit elastischem Kunsthaar eignen sich für alle Maltechniken und hinterlassen keine groben, sichtbaren Pinselstriche auf deinem Maluntergrund.
Welche Variante besser passt, hängt stark von Technik und persönlichem Arbeitsstil ab.
Auch die Länge des Stiels spielt eine Rolle. Kurze Stiele sind typisch für die Arbeit am Tisch, zum Beispiel beim Aquarellieren oder Skizzieren. Lange Stiele findet man eher bei Acryl- und Ölmalerei, wenn mit etwas Abstand zur Leinwand gearbeitet wird. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Detail, beeinflusst aber tatsächlich die gesamte Arbeitsweise.
Ebenso wichtig ist, wie ein Pinsel Farbe aufnimmt und wieder abgibt. Manche Pinsel speichern viel Wasser oder Farbe und geben sie langsam und gleichmäßig ab – ideal für weiche Verläufe. Andere arbeiten kontrollierter und trockener, was besonders für strukturierte oder expressive Effekte spannend ist. Du merkst vielleicht schon: Derselbe Farbton kann je nach Pinsel ganz unterschiedlich wirken.
Auch die Spitze und Elastizität eines Pinsels verändern das Malgefühl. Eine feine Spitze ermöglicht präzise Linien und Details, während die Elastizität bestimmt, wie stark der Pinsel nachgibt und wieder in seine Form zurückspringt. Das beeinflusst, wie ruhig oder lebendig ein Strich wirkt.
Und zuletzt spielt auch die Pflege eine wichtige Rolle. Pinsel, die direkt nach der Nutzung gereinigt werden, bleiben länger formstabil und zuverlässig. Besonders bei Acryl lohnt sich rasches Ausspülen, da die Farbe sonst schnell antrocknet und die Fasern belastet. Dazu weiter unten nochmal mehr.
Dein Pinsel ist also nicht einfach nur ein Werkzeug in bestimmter Form. Er setzt sich zusammen aus Material, Aufbau und Verhalten. Und genau das macht die Arbeit damit so vielseitig.
Die Pinsel von Royal Talens
Van Gogh
Die Van Gogh Pinsel gehören für uns einfach dazu. Sie sind vielseitig einsetzbar und begleiten uns durch ganz unterschiedliche Techniken und Projekte. Von Rund- über Flach- bis hin zu Fächer-, W-Form- und Katzenzungenpinseln ist alles dabei. Sowohl Kunsthaar- als auch Echthaarpinsel.
Und deswegen greifen wir auch ständig zu den Van Gogh Pinseln.
Wir erleben immer wieder, wie viel Freude es macht, diese Pinsel auszuprobieren – und wie schnell sie zum Standardrepertoire gehören, wenn man sie erstmal kennengelernt hat.
Amsterdam
Zu den synthetischen Pinseln von Amsterdam greifen wir, wenn wir mit Acrylfarbe arbeiten möchten. Größere Formate, viel Farbe, klare Flächen, sichtbare Pinselspuren – hier darf der Prozess ruhig im Vordergrund stehen.
Gerade die unterschiedlichen Formen (flach, Spalter, Paddle, abgeschrägt) laden dazu ein, lockerer und experimenteller zu werden und sich auf Bewegung und Farbe einzulassen.
Unser Tipp: Probier unbedingt auch mal den Amsterdam Paddle-Brush aus!
Rembrandt
Rembrandt Pinsel nutzen wir vor allem dann, wenn es etwas feiner und kontrollierter sein darf. Sowohl für Aquarell- als auch Acryl-, Ölmalerei und das Arbeiten mit Pastellen. Die Pinsel geben dir ein sehr gutes Gefühl für die Farbe und reagieren sensibel auf jede deiner Bewegungen. Es gibt Rund-, Flach-, Katzenzungen-, Fächer-, und ovale Pinsel aus unterschiedlichem Echthaar.
Talens
Die Talens Pinsel lassen sich vielseitig einsetzen, ohne dass man lange überlegen muss.
Gerade wenn man einfach loslegen möchte oder mit Kindern zusammen malt, sind sie eine gute Wahl. Es gibt Rund- und Flachpinsel für Aquarell-, Acryl- und Ölmalerei, Firnispinsel und Pinsel für Plakatfarbe.
Talens Art Creation
Mit Talens Art Creation verbinden wir vor allem eines: anfangen. Die Pinsel machen es leicht, verschiedene Formen (Rund-, Flach-, Spalter, Katzenzungen-Pinsel) kennenzulernen und ein Gefühl für unterschiedliches Material und verschiedene Technik (Aquarell, Acry, Öl) zu entwickeln.
Sie nehmen dir ein bisschen die Hürde und laden dazu ein, sich Schritt für Schritt heranzutasten.
Sakura
Die Wassertankpinsel von Sakura sind bei uns oft dann im Einsatz, wenn wir nicht im Atelier arbeiten. Sie passen in jede Tasche und machen spontanes Malen ganz unkompliziert möglich.
Gerade für kleine Skizzen unterwegs haben wir den Sakura Wassertankpinsel gern dabei.
Cobra
Die Cobra Pinsel dürfen für uns nicht fehlen, wenn wir mit wasservermalbaren Ölfarben arbeiten. Sie verbinden das klassische Gefühl und den klassischen Look der Ölmalerei mit einer einfacheren Handhabung und mehr Freiheit.
Welcher Pinsel passt zu welcher Technik?
Es gibt ein paar klassische Zuordnungen, die sich gerade für den Start mit einer Technik eignen. Generell kannst du dich da aber einfach ausprobieren und die Form nehmen, die dir gefällt. Es gibt sowohl für Aquarell- als auch für Acryl- und Ölmalerei viele verschiedene Formen.
Mit Aquarell wird oft der Rundpinsel in Verbindung gebracht, mit Acryl- und Öl der Flachpinsel.
Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – nur das, was sich für dich gut anfühlt.
Pflege & kleine Pinselweisheiten
Mit der Zeit merkt man schnell: Nicht nur die Wahl des Pinsels macht einen Unterschied, sondern auch der Umgang damit. Ein gut gepflegter Pinsel arbeitet einfach angenehmer, behält seine Form und begleitet dich oft über viele Projekte hinweg.
Mit ein paar einfachen Handgriffen – sowohl bei der Reinigung als auch bei der Lagerung – lassen sich Pinsel lange in einem guten Zustand halten.
Reinigung – damit deine Pinsel lange bleiben, wie sie sind
Oft reicht es schon, Pinsel direkt nach dem Malen gründlich mit Wasser auszuspülen. Wenn sich allerdings Farbe in den Borsten festsetzt oder Verfärbungen bleiben, lohnt sich ein genauerer Blick. Mit Pinselseife lässt sich hier viel retten: Den Pinsel leicht anfeuchten, vorsichtig über die Seife streichen, bis sich Schaum bildet, und diesen anschließend in einem Glas mit Wasser ausspülen. Bei Bedarf wiederholst du den Vorgang. Danach den Pinsel sanft in Form bringen, vorsichtig trocken tupfen und liegend auf einem weichen Tuch trocknen lassen.
Gerade bei Acryl kann es passieren, dass Farbe eintrocknet. Auch dann ist noch nicht alles verloren: Mit dem Amsterdam Acrylentferner lassen sich selbst hartnäckige Rückstände wieder lösen. Dazu gibst du etwas Flüssigkeit in ein Gefäß, stellst den Pinsel hinein (ein Teil der Zwinge darf bedeckt sein) und lässt ihn etwa eine Stunde einweichen. Anschließend mit Wasser und Seife reinigen, die Haare in Form bringen und flach trocknen lassen.
Lagerung – kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Auch die richtige Lagerung trägt dazu bei, dass deine Pinsel lange gut funktionieren. Wichtig ist vor allem, dass sie vollständig trocken sind, bevor du sie wegräumst – so behalten die Borsten ihre Form und es entsteht keine Feuchtigkeit im Inneren.
Am besten bewahrst du deine Pinsel aufrecht mit den Borsten nach oben auf oder schützt sie in einer Pinseltasche bzw. mit der transparenten Kappe. Vermeide harte Unterlagen und lege sie stattdessen lieber auf ein weiches Tuch oder in eine Pinselrolle.
Zum Schluss: Lass dich inspirieren
Manchmal ist es gar nicht die Farbe, die ein Bild verändert – sondern der Pinsel.
Ein anderer Griff, eine andere Form, ein anderes Gefühl in der Hand – und plötzlich entstehen Striche und Werke, die man so nicht geplant hatte.
Oft sind es genau diese kleinen Veränderungen, die neue Ideen anstoßen. Man probiert etwas aus, bleibt an einer Bewegung hängen, entwickelt sie weiter – und merkt erst später, dass daraus etwas ganz eigenes, neues entstanden ist.
Vielleicht liegt der nächste Schritt also nicht in einer neuen Technik oder einem fertigen Plan, sondern in einem Pinsel, den du so noch nicht verwendet hast.
Ein Strich kann viel verändern – manchmal mehr, als man denkt.
DU FRAGST DICH, WAS DU JETZT MIT DEINEN PINSELN AUSPROBIEREN KANNST?
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