Die Kunst des Bildtransfers: Gelatinedruck mit Jessica Russo Scherr
Gelatinedruck ist eine faszinierende Technik. In Kombination mit den Amsterdam Acrylfarben kannst du wundervolle Monotypien erstellen. Aber es gibt nicht diese eine Art und Weise beim Prozess, sondern ganz viele unterschiedliche Techniken beim Gebrauchen der flexiblen Gelplatten.
In diesem Blogbeitrag wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen und Schritt für Schritt die Bildtransfertechnik beleuchten. Die Künstlerin Jessica Russo Scherr nimmt uns im Prozess mit, von der Magazinseite bis zum fertigen Unikat.
Wenn du zum ersten Mal von Gelatinedruck hörst und noch nicht so genau weisst, was es damit auf sich hat, dann ist dieser Blogbeitrag sicher etwas für dich.
Dort findest du neben Inspiration auch alle Infos zu den Materialien, die wir für den Gelatinedruck verwenden.
Über die Künstlerin Jessica Russo Scherr:
Jessica ist eine Meisterin des Geldrucks. Sie kennt alle Tipps und Tricks rund um das spannende Druckverfahren. Wenn du mehr von ihrer Kunst sehen willst, schau doch mal auf ihrer Webseite oder ihrem Instagramprofil vorbei, wo sie viele Tipps und Tutorials teilt.
Was brauchst du für den Bildtransfer?
- Natürlich eine Gelplatte
Jessica nutzt die hochwertigen Platten von Gelli Arts. Die gibt es in vielen Formaten.
- Eine Auswahl an Amsterdam Acrylfarben
Perfekt eignen sich auch die kleinen 20ml Tuben, wenn du dich noch erst rantasten willst oder dich nicht für einige der schönen Farben entscheiden kannst.
- Ein qualitativ hochwertiges Magazin, zum Beispiel die Vogue
- Eine Farbwalze und einige Pinsel
- Papier für deinen Druck, zum Beispiel Bristol Papier
Wie funktioniert der Bildtransfer?
Das Übertragen von Zeitschriftenbildern auf deine Gelplatte funktioniert nach dem Resist-Verfahren. Die Acrylfarbe wird dort vom Zeitschriftenpapier aufgenommen, wo das Foto weniger Tinte enthält. Deshalb liefern kontrastreiche Bilder in der Regel die besten Ergebnisse.
Die Auswahl des richtigen Bildes ist deswegen wichtig für den Erfolg deines Bildtransfers. Zu Anfang musst du sicherlich viel Ausprobieren, aber nach einer Weile hast du den Dreh raus.
Neben der Auswahl des Bildes gibt es aber noch ein paar andere Faktoren, die für den Erfolg entscheidend sind. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, kommt es auf die richtige Balance an: Eine dünne Schicht Amsterdam–Acrylfarbe auf deiner Gelplatte, der Druck, den du mit deiner Walze ausübst, und das richtige Timing sind genauso wichtig wie das Foto, das du auswählst.
Aber wie immer gilt: Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Und der Weg ist das Ziel. Genieße den kreativen Prozess und lerne die kleinen vermeintlichen Fehler lieben.
Wie gehst du am besten vor, um ein Zeitschriftenbild auf deine Gelplatte zu übertragen?
1. Als Erstes solltest du dir deine Materialien zurecht legen, damit du alles griffbereit hast.
2. Wähle dein Motiv aus deiner Zeitschrift aus und trenne die Seiten raus. Du kannst auch mehrere Motive auf deiner Gelplatte kombinieren. Auch Schriften funktionieren aufgrund ihres starken Kontrastes gut. Nicht alle Magazindrucke funktionieren gleich gut. Und auch nicht alle Papiere in einem Magazin funktionieren gleich gut. Wähle Fotos mit hohem Kontrast.
3. Nutze deine Farbwalze und rolle die Farbe deiner Wahl gleichmäßig auf der Platte aus. Jessica nutzt für ihren Druck Amsterdam Oxidschwarz um die Magazin Ästhetik beizubehalten.
4. Direkt im Anschluss, wenn die Farbe noch feucht ist, legst du dein Motiv mit der zu druckenden Seite nach unten auf die Farbfläche. Mit der Farbwalze rollst du leicht über die Magazinseite. Das ganze circa 10 Sekunden lang. Du kannst eine Ecke anheben und testen, ob die Seiten bereits genug Farbe aufgenommen haben oder ggfs. die Magazinseite noch etwas länger auf die Gelplatte drücken.
5. Schlussendlich die Seite abziehen. Danach muss die Farbe vollständig auf der Gelplatte trocknen.
6. Wenn das Motiv getrocknet ist, kannst du mit dem rückseitigen Bemalen des Motivs beginnen. Das machst du am besten mit einem Pinsel.
7. Um ein Vermischen der Farben auf der Platte zu verhindern, lass die Schichten zwischendrin leicht antrocknen.
8. Du kannst die Gelplatte vorsichtig umdrehen um einen Eindruck zu bekommen, wie das finale Ergebnis sein wird. Wenn du zufrieden bist, dann ist es Zeit für die sogenannte “Pick-up-Layer”. Aber erst musst du deine Malerei komplett auf der Gelplatte trocknen lassen. Für die Pick-up-Layer musst du wieder die ganze Platte gleichmäßig mit der Farbwalze einfärben.
9. Lege dein Papier auf die noch sehr feuchte Gelplatte, reibe es sanft und lass die Gelplatte mitsamt Papier trocknen, am besten über Nacht. Du kannst sie mit Büchern beschweren.
Der Moment der Wahrheit: Nach dem vollständigen Trocknen kannst du das Papier von der Gelplatte abziehen und dein Werk bewundern. Fertig ist dein Unikat!
Wenn es beim ersten Versuch nicht direkt geklappt hat, bleib unbedingt dran. Die Motive, die nicht zu deinen Lieblingen gehören, sind die Motive, bei denen du am meisten lernst. Stay creative!
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